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Identitätskrise in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien

Während die „ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ (kurz: EJRM) darauf pocht dass sie antiken Makedonen nie Griechen waren (was Akademiker verschiedener Universitäten aber bestätigen  [*1]), eine andere Sprache sprachen und sogar ein anderes Alphabet verwendet wurde, steht vor dem Regierungsgebäude in Skopje plötzlich eine große Steinplatte, die genau diese Behauptungen der Pseudo-Wissenschaft in der EJRM mit einem Schlag für nichtig erklären.

Es handelt sich um Steinplatte aus dem sogenannten antiken Ober-Makedonien, bzw zu der Zeit mit der Grenze zu Paionien, die auf das Jahr 168 n. Chr. datiert wird.

Während ca. 75 % des Gebietes der „ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien“ zur Zeit des antiken Makedonien Dardanien genannt wurde und die Bevölkerung der EJRM heute mehrheitlich slawisch ist (ca. 25% Albaner), steht genau vor dem Regierungsgebäude eine antike Steinplatte die der Bevölkerung die Kontinuität zur Antike beweisen soll. Zu schade, dass die Bewöhner der EJRM Slawen sind und kein Griechisch sprechen! Denn die Steinplatte aus dem antiken Makedonien enthält, wie nicht anders zu erwarten… eine komplett griechische Inschrift.


Der Text ist reines Koiné Griechisch. Diese Sprache bestand etwa ab dem Jahre 300 v. Chr. bis 600 n. Chr. als das Königreich „Makedon“ (ΜΑΚΕΔΩΝ) im Norden des heutigen Griechenlands, die Vorherschaft gegenüber den anderen griechischen Kleinstaaten übernahm und König Phillips Sohn Alexander, nach dessen Tod Heerführer über den korinthischen Bund und der Symmachie (Kampfgemeinschaft) wurde.

Schon hier ist die Pseudo-These, „Die antiken Makedonen sprachen kein Griechisch“ widerlegt. Sprachen die antiken Makedonen eine für die Griechen fremde und „barbarische“ Sprache, müssten sie bei der Hegemonie über Gesamt-Griechenland dann doch ihre eigenständige nicht-„Griechische“ aber „makedonische“ Sprache sprechen und den Griechen diese Sprache nicht aufzwingen?

Fakt ist: Sie verstanden sich aber mit der Koiné problemlos, wie auch anders wenn der antike makedonische Dialekt eine völlige fremde Sprache für die damaligen Griechen (Thessalier, Athener, Spartaner, etc.) gewesen wäre.
Wie hätten die Griechen anderer Stadtstaaten oder die Griechen aus Makedonien (Makedonen) binnen kürzester Zeit eine jeweils für sie fremde Sprache erlernen können? Warum ist bis auf die griechischen Sprache, keine andere Sprache dieser Epoche überliefert? Warum nennt man sonst die Zeit von Alexanders Machtantritt in Griechenland, das „Hellenistische Zeitalter“ (Weltweit! Siehe im Englischen: hellenistic period). Warum wurde die griechische Sprache unter Alexander die „lingua franca“ der Antike und der damals „bekannten“ Welt? Wenn Alexander kein Grieche war, müsste er dann nicht als Hegemon Griechenlands, Pharaoh Ägyptens, Herrscher Asiens und Indiens, nicht eine völlig andere Sprache verbreitet haben?

Ergo erscheint die Anzweiflung, dass die antiken Makedonen überhaupt keine Form des Griechischen sprachen als historisch unrealistisch!

Eastern Michigan University: Eingruppierung der antiken makedonischen Sprache in den hellenischen (griechischen) Sprach-Stammbaum.
http://linguistlist.org

Forscher sind sich Heute aufgrund von sehr wenig überliefertem Text nur nicht einig um welchen griechischen Dialekt es sich genau handelt. Von nicht-griechischer Sprache ist nicht die Rede! Diese Sprache darf NICHT mit dem heute oft genannten „Mazedonisch“ oder auch „Slawisch- mazedonischen“ Sprache verwechselt werden, welche eine Süd-Slawische Sprache ist und eine enge Verwandschaft zur bulgarischen Sprache aufweist.

Welche Bedeutung hat dieser Text und was genau steht geschrieben?

Originaltext (Altgriechisch):

„μακεδονιαρχῶν τὸν ναὸν τη πατρίδι σὺν παντὶ τω κόσμῳ τῷ θκτʹ ἔτει(…)“


Neugriechische Übersetzung:

„Των αρχόντων των Μακεδόνων την πατρίδα
και παντός του κόσμου το θκτ έτος(…)“


Deutsche Übersetzung (sinngemäß aus dem altgriech. Übersetzt):

„Den makedonischen (Landes-)Verwaltern das Heimatland und die ganze Welt(…)“

Solche Steinplatten waren an den Grenzen der Makedonischen Provinz zu finden (hier Paionien).

Aber wer waren diese „makedonischen (Landes-)Verwalter“? (Original: μακεδονιαρχῶν)

Sie waren so etwas wie Stadthalter, Administratoren der Provinz die durch Abgaben von Bürgern bezahlt wurden und oft auch für die Organisation der Region zuständig waren.

Sehr interessant zu sehen, dass die Makedonen damals nicht romanisiert wurden, etwas das durch Pseudo-Wissenschaftlern in der EJRM oft behauptet wird um von einer späteren eigenen Slawisierung zu sprechen und die heutige slawische Identität zu rechtfertigen.

ejrmbuerger

Ein Jugendlicher vor der antiken Steinplatte welcher bewusst vor dem griechischen Wort "ΜΑΚΕΔΟΝΙΑ" steht um die Endung "-ΡΧΩΝ" zu verdecken. Diese Endung existiert in keiner anderen Sprache. Und dennoch: Der Stolz über die absurden nationalen Herkunftssagen wird in der EJRM deutlich gezeigt.

Abzuwarten bleibt wie lange die Regierung diese Steinplatte aus der Antike dort stehen lässt! Zu schade, dass niemand in diesem Land in der Lage ist diese Steintafel zu lesen oder überhaupt zu realisieren worum es sich hierbei handelt… und das von angeblichen Nachfahren der antiken Makedonen!

[*1]

Otto Hoffmann, Dr. med., Dr. jur. h.c., (1865 – 1940) war Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft an der Uni Münster.


„Die Makedonen, ihre Sprache und ihr Volkstum


Schlusswort S. 230

Das klare Ergebnis unserer Untersuchung der makedonischen Personennamen lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen:

Die Namen der echten vollbürtigen Makedonen, vor allem die Namen der Fürsten und Adligen, sind ihrer Bildung und ihren Lauten nach rein griechisch.

Sie zeigen dialektische Färbung und erscheinen den thessalischen Namen am nächsten verwandt. Der griechische Gesamtcharakter des makedonischen Namensschatzes wird dadurch nicht im Mindesten zweifelhaft, dass manche Namen aus der griechischen Heldensage entlehnt sein mögen und dass ein ganz geringer Bruchteils sogar aus den Sagen nichtgriechischer, genauer vorgriechischer Völker stammt. Denn diese beiden Quellen haben nicht bloß in Makedonien, sondern ebenso auch in Griechenland selbst dem Namenschatze reiches Material zugeführt.

Der griechische Name ist in seinen Lauten und den Gesetzen seiner Bildung so grundverschieden von dem thrakischen und illyrischen, das der griechisch-makedonische Name als ein „Mittelglied“ zwischen dem griechischen und thrakischen ganz undenkbar ist. Wer also die Makedonen nicht zu den Griechen zählt, der muss konsequenter Weise folgern, dass sie ihre nationale ursprüngliche Namengebung schon im VI, und V. jahrhundert vollständig aufgegeben und dafür zum Zeichen ihrer Bewunderung der griechischen Kultur die griechischen Personennamen eingeführt hatten. Diese Auffassung zu bekämpfen halte ich für müßig. Die sprachgeschichtlichen Hypothesen, die ohne Rücksicht auf das reale Leben der Völker in die Welt gesetzt werden, richten sich selbst.

Beweisen aber die Namen unzweideutig, dass die vollbürtigen Makedonen echte Griechen waren, so ist auch ihr griechischer Wortschatz nicht den Thessalern entlehnt, sondern ein Erbstück ihres Volkstums. Die griechische Kultur und Sprache ist nicht von Thessalien aus lediglich als geistiges Gut zu fremden Völkern in Makedonien gewandert, sondern ein griechischer Volksstamm, waffenfroh und kräftig von klugen Fürsten geführt, hat Makedonien erobert und zu einem griechischen Lande gemacht. Das Makedonische war also ein griechischer Dialekt.

Das Buch lässt sich auf kostenlos auf Google Books lesen:

Link: Die Makedonen, ihre Sprache und ihr Volkstum


Weitere Weltbekannte Historiker und Top-Akademiker auf dem Gebiet „antikes Makedonien“:

Philip was born a Greek of the most aristocratic, indeed of divine, descent… Philip was both a Greek and a Macedonian, even as Demosthenes was a Greek and an AthenianThe Macedonians over whom Philip was to rule were an outlying family member of the Greek-speaking peoples. – Nicholas G. L. Hammond, ‘Philip of Macedon’ Duckworth Publishing, February 1998

It seems now that Alexander wanted from the Greek states a public and universal recognition of his benefactions, and that he wanted IT AS BEING HIMSELF A GREEK OF THE TEMENID FAMILY – N.G.L Hammond: The Macedonian State: pg 235

As we have mentioned in Chapter I, Perdiccas and his brothers
came from Argos and Peloponnese
. They were members of the Royal house of Argos, the “Teminidae”, descendants of Temenus, whose ancestor was Heracles, son of Zeus; it was this Temenus who led the Dorian tribes into the Argolid and founded Dorian Argos late in the 12th century. Thus Perdiccas came to Macedonia with the aura of divine favor, and he could claim that the Temenidae and the Argeadae were both descended from Zeus and so were diogeneis. To Greeks of the classical period the Temenid name was well known. Thus the oracle which
was concerned post eventum with he following of the new capital, Aegeae, by Perdiccas began with the line “The noble Temenidae have royal rule over a wealth producing land. Herodotus made a special point of emphasizing that the royal house of Macedonia was Greek by descent, and Thucydides, who questioned much of what Herodotus said, concurred with him in calling the Macedonian kings “Temenidae from Argos”. Almost a century later Isocrates wrote to Philip II, saying “Argos is your fatherland”, and he asked Philip to emulate his father [Amyntas], the founder of the monarchy [Perdiccas], and the originator of the family (Heracles). – N.G.L Hammond: The Macedonian State: pg 18.

Alexander also summoned the delegates of the League of Corinth in order to have himself declared its Hegemon and, when he had obtained their support for his expedition against Persia, he returned to Macedonia (Diod. 17.4.9) The government of Persia had undergone a number of changes since Philip II first organized the Greek crusade against the East. – The History of Alexander – Penguin Classics, Translation by John Yardley, page 20

During medieval and modem times, Macedonia was known as a Balkan region inhabited by ethnic Greeks, Albanians, Vlachs, Serbs, Bulgarians, Jews, and Turks. – “Macedonia Redux”, Eugene N. Borza, The Eye Expanded: Life and the Arts in Greco-Roman Antiquity, Frances B. Titchener and Richard F. Moorton, Jr., editors

Modern Slavs, both Bulgarians and Macedonians, cannot establish a link with antiquity, as the Slavs entered the Balkans centuries after the demise of the ancient Macedonian kingdom. Only the most radical Slavic factions—mostly émi-grés in the United States, Canada, and Australia—even attempt to establish a connection to antiquity.  – “Macedonia Redux”, Eugene N. Borza, The Eye Expanded: Life and the Arts in Greco-Roman Antiquity, Frances B. Titchener and Richard F. Moorton, Jr., editors

R. Malcolm Errington, ‘A History of Macedonia’
University of California Press, February 1993, pg 3

Macedonian horsemen together with those of their Thessalian neighbours were later regarded as the BEST IN GREECE, a fact from which extensive horse breeding can be inferred.” -pg 7

That the Macedonians and their kings did in fact speak a dialect of Greek and bore Greek names may be regarded nowadays as certain.”

“Ancient allegations that the Macedonians were non-Greeks all had their origin in Athens at the time of the struggle with Philip II. Then as now, political struggle created the prejudice. The orator Aeschines once even found it necessary, in order to counteract the prejudice vigorously fomented by his opponents, to defend Philip on this issue and describe him at a meeting of the Athenian Popular Assembly as being ‘Entirely Greek’. Demosthenes’ allegations were lent on appearance of credibility by the fact, apparent to every observer, that the life-style of the Macedonians, being determined by specific geographical and historical conditions, was different from that of a Greek city-state. This alien way of life was, however, common to western Greeks of Epiros, Akarnania and Aitolia, as well as to the Macedonians, and their fundamental Greek nationality was never doubted. Only as a consequence of the political disagreement with Macedonia was the issue raised at all.”

“The Molossians were the strongest and, decisive for Macedonia, most easterly of the three most important Epirote tribes, which, like Macedonia but unlike the Thesprotians and the Chaonians, still retained their monarchy. They were Greeks, spoke a similar dialect to that of Macedonia, suffered just as much from the depredations of the Illyrians and were in principle the natural partners of the Macedonian king who wished to tackle the Illyrian problem at its roots.”

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