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Archive for März 2009

Ex-Ministerpräsident der ehem. jugoslaw. Rep. Mazedonien: „Der heutige Antike-Wahn wird später noch für große interne Probleme sorgen!“

Der ehemalige Ministerpräsident (1998 – 2002) und Gründer der Partei VMRO-DPMNE der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien Ljubco Georgievski sprach im Februar beim Sender A2 über den heutigen Patriotismus in der EJRM.

Ljubco Georgievski auf die konkrete Frage über seinen eigenen Patriotismus im Vergleich zu den 90ern:

„Schauen Sie, der heutige Patriotismus in der Republik Mazedonien ist… lassen Sie es mich so ausdrücken: ein Kitsch-Patriotismus. Auch wenn es für mich wie etwas aussieht, dass nicht als Patriotismus genannt werden kann. […] Wenn wir es darauf reduzieren ist es reine Nationalpolitik in Richtung riesiger Propaganda die die Bürger des Landes als „antike Makedonen“ aussehen lassen soll um politisch zu profitieren. Die gesamte Geschichte [Heutige „Mazedonier“ die Nachfahren der antiken Makedonen] ist toll anzuhören eben weil sehr sehr viele Menschen in der Republik Mazedonien diese Geschichte hören wollen. Aber damit bewegt man sich nicht nur auf ziemlich dünnen Ästen… und nicht wegen Griechenland, sondern wir erzeugen damit intern große Probleme.  Schauen Sie mal.. vor 20 Jahren mussten wir uns als „Jugoslawen“ bezeichnen, heute zwingen Sie uns uns „antike Makedonen“ zu nennen. Ich kenne Tausende von Menschen die sich als Slawen fühlen – was soll mit diesen Menschen passieren? Soll man sie mit Propaganda zwingen etwas anderes zu sein? […]“

Den Ausschnitt der Sendung finden Sie hier:

Kategorien:Politik

Der Stein von Rosetta im Visier der Pseudo-Historiker

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Die "Historiker" Boshevski und Tentov

Seit einigen Monaten kursiert auf vielen Internetseiten der EJRM eine „akademische“ Studie über den Stein von Rosetta. Die „Forscher“ Tome Boshevski und Aristotel Tentov aus der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien haben ihre Studie über diesen Steinblock veröffentlicht – die Thesen dieser „Wissenschaftler“: Auf dem Rosetta-Stein sei eine Vor-Form der heutigen „mazedonischen“ (süd-slawisch) Sprache!

Die „Forscher“ gehen sogar weiter:

Wir glauben, dass die antike makedonische Sprache ein Vorläufer nicht nur aller heutigen Sprachen auf dem Balkan, aber aller slawischen Sprachen sei. Wir glauben – und mit der Zeit wird das bewiesen – dass all‘ diese Sprachen von der antiken makedonischen Sprache abstammen. Lassen Sie uns also sagen, die antike makedonische Sprache war eine proto-slawische Sprache!

Die Thesen dieser zwei Historiker wurden nie auf einem seriösen wissenschaftlichen Magazin oder einer Zeitung veröffentlicht, noch bekamen beide die Erlaubnis ihre Arbeit außerhalb der EJRM auf Fakultäten mit ägyptologischen oder antiken griechischen Lehrstuhl zu präsentieren oder darüber zu referieren – aus dem einfach Grund weil ihre Arbeit nicht ernst genommen wird! Anders jedoch in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien – Medien, Internetseiten, Foren und Videoportale wie youtube präsentieren diese Thesen wie die historische Sensation des 21. Jahrhunderts, und all das um eines zu beweisen: Die heutigen „Mazedonier“ seien die Nachfahren der antiken Makedonen. Geschichte ad absurdum für Ägyptologen – gefundenes Fressen für revisionistische Nationalisten.

Doch was ist der Rosetta-Stein eigentlich?

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Der Rosetta-Stein

Der Stein von Rosetta ist ein ca. 1,15 m hoher und ca. 73 cm breiter Steinblock (Stele) mit dem Gewicht von ca. 765 kg und stammt aus dem Jahr 196 v. Chr.. Der Steinblock enthält eine bilinguale (zweisprachige) Inschrift in drei Versionen. Zu Ehren des damaligen griechisch-stämmigen (aus Makedonien) ägyptischen Königs Ptolemaios V.: Epiphanes Eucharistos (griech. Πτολεμαίος E‘ ὁ Ἐπιφανής). Es handelt sich um ägyptische Hieroglyphen, demotisches ägyptisch und der griechischen Sprache (Koine). Der Block enthält also dreimal den gleichen Text in verschiedener Schreibform – und gilt wegen der griechischen Sprache als eines der wichtigsten Artefakte zur Entzifferung der ägyptischen Schriften. Hochauflösendes Bildmaterial finden Sie hier: [Bild 1][Bild 2]. Der Steinblock steht heute im British Museum [1].

Kurzer geschichtlicher Rückblick:

Nach dem Feldzug Alexanders des Großen und dessen Tod wurde sein riesiges Reich unter seinen Feldherren aufgeteilt. Dabei bekam Ptolemaios I.: Soter (Πτολεμαῖος Α‘ ὁ Σωτήρ) das Gebiet in Ägypten und somit wurde die griechische Sprache die administrative Sprache in Ägypten [2]. Im Jahre 304 v. Chr. erfolgte seine Krönung wodurch er sich später auch als Pharao sah. Vier Generationen später kam dann Ptolemais V. an die Macht – ihm zu Ehren wurde der Steinblock gefertigt.

Der Boshevski-Tentov- Revisionismus:

links: griechisch; mitte: demotisches Ägyptisch; rechts: ägyptische Hieroglyphen

links: griechisch; mitte: demotisches Ägyptisch; rechts: ägyptische Hieroglyphen

Obwohl Ägyptologen vom ersten Tag der Entdeckung die zwei ägyptischen Schreibformen und die griechische Sprache identifizieren konnten, behaupten die Pseudo-Historiker schamlos: Es handle sich um ägyptisch, griechisch und statt demotisch, die proto-slawische Sprache – ein Vorläufer der heutigen „mazedonischen“ Sprache. Obwohl die Slawen erst im 6. Jahrhundert nach Christus in die geographische Region Makedonien wanderten, behaupten Boshevski und Tentov, dass die Sprache schon im 3. Jahrhundert vor Christus durch Alexander dem Großen nach Ägypten kam. Dass hier bekannte Studien der Anthropologie vollkommen ausser Acht gelassen werden muss wohl nicht näher erläutert werden!

Aber um diese absurden Ansprüche zu verstehen braucht man gar nicht so weit zurück zu gehen. Seit der Unabhängigkeit der EJRM nach dem Zerfall Jugoslawiens, hebt die mehrheitlich slawisch bevölkerte ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien Ansprüche auf das antike nordgriechische Volk der Makedonen. Ihrer Ansicht nach waren die antiken Makedonen ein von den restlichen Griechen komplett eigenständiges Volk – dass die antiken Makedonen eine komplett griechische Kultur hatten, die griechische Sprache sprachen und dies auch so im antiken Ägypten und nach Indien brachten scheint in der EJRM wohl keinen zu interessieren.  Aber das Prinzip ist einfach: Da Slawen keine Makedonen sind, werden Makedonen eben zu Slawen gemacht!

Kategorien:Politik

Vasco Gligorijević wieder frei!

Der ehemalige serbische Student der vorletzten Monat wegen seiner politischen Ansichten von der Polizei abgeführt und in eine Psychiatrie eingeliefert wurde (wir berichteten) ist wieder frei! Am heutigen Morgen meldete er sich im bekannten australischen Makedonien-Forum und gab bekannt, dass es ihm gut gehe. In der nächsten Zeit wird er näheres über seine illegale Festnahme berichten. Vasco bedankte sich zudem bei der griechischen Delegation und den Forum-Mitgliedern für ihr Engagement bezüglich seiner Freilassung und vorallem die Bekanntmachung des Vorfalls international.

Vascos Forumbeitrag

Kategorien:Politik

Rarität: BBC-Dokumentation über Ausgrabungen in Vergina, Makedonien

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In den 80er-Jahren drehte der britische Sender BBC eine Dokumentation über die Ausgrabungen antiker makedonischer Gräber in der Region Makedonien in Nord-Griechenland. Es handelt sich um eine sehr seltene Dokumentation, in der einer der berühmtesten griechischen Archäologen zu sehen ist – es handelt sich um Manolis Andronikos, Entdecker des Grabes von Philipp II. (Vater Alexander des Großen).

Diese Dokumentation gewährt dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Geschichte des antiken Makedonien als Teil der antiken hellenischen Welt.

Da wir diese Dokumentation in den Archiven eines griechischen Senders fanden, enthält das Filmmaterial neben der originalen englischen Tonspur, griechische Untertitel.

Kategorien:Politik

Angriff auf griechische Touristen in Ohrid

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Einer von drei beschädigten Bussen

Am gestrigen Sonntag, den 1. März 2009 wurden drei griechische Touristenbusse in der nähe des Ohrid-Sees der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien von einer Gruppe Männern angegriffen. Die ca. 20 – 30 Personen bewarfen die Busse mit Steinen und Holzteilen. Ein Tourist wurde dabei verletzt. Ebenfalls wurden Busse mit Begriffen wie „Vereinigtes Mazedonien“ beschmiert.

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"Vereinigtes Mazedonien". Das Länderkürzel Griechenlands "GR" auf den Schildern wurde ebenfalls beschmiert.

Der Pressesprecher des griechischen Aussenministeriums Herr Koumoutsakos verurteilte schärfstens den Vorfall und sprach sich für den Schutz griechischer Touristen im Land aus. Im letzten Jahr hatten ebenfalls Bürger der EJRM bei einer Veranstaltung in Griechenland polizeilichen Schutz. Bis auf Demonstrationen wurde damals keiner dieser Touristen in irgendeiner Weise angegriffen.

UPDATE (03.03.2009):

Das Außenministerium Griechenlands hat aufgrund der letzten Ereignisse gegenüber griechischen Staatsbürgern eine Warnung ausgesprochen bezüglich der EJRM. Die Meldung finden Sie hier.

Kategorien:Politik