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Institut für nationale Geschichte der ehem. jugoslaw. Rep. Mazedonien schreibt Geschichte um

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"Geschichte der mazedonischen Nation"

Das Institut für nationale Geschichte der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien hat vor wenigen Tagen eine neue Auflage des Buches „Die mazedonische Nation“ präsentiert. Das Buch sorgte für großes Aufsehen im Land, da insbesondere die nationale Herkunft innerhalb von 9 Jahren, seit der letzten Ausgabe, gravierend umgeschrieben wurde. Viele äußerten ihre Beunruhigung, gerade weil Bekanntes und Anerkanntes im Volk für politische Zwecke verändert und instrumentalisiert wird. Die Herkunft der Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien beschreibt das Buch wie folgt:

„Es ist nicht der slawische Charakter der bei uns heutigen Mazedoniern dominiert. Der, der antiken Makedonen übertönt es. Die Slawen die im 7. Jahrhundert n. Chr. in die Region kamen (siehe slawische Völkerwanderung), waren nicht in so einer großen Anzahl um signifikante Veränderungen in der vorherrschenden Population auszumachen. Beweise lassen sich in historischen und archäologischen Funden wiederfinden.“

Die Autoren des Buches erwähnen hier reine historische und archäologische Funde – demographische und anthropologische seien ihrer Aussage nach nicht mit einbezogen worden. Ihrer Ansicht nach, stammt die Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien gerade eben von den antiken Makedonen ab, weil antike Vasen, Innschriften und Symbole im Staats-Territorium aufzufinden sind.

Und obwohl diese archäologischen Funde alle rein griechische Innschriften haben (Lesen Sie unseren Beitrag zur antiken Steinplatte vor dem Regierungsgebäude in Skopje, EJRM) ist man dennoch der Ansicht, dass die antiken Makedonen ein von den restlichen Griechen getrenntes Volk war.

Interessant hingegen scheint die Veränderung zur Vorgänger-Auflage des Buches zu sein, denn vor 9 Jahren schrieb das Institut noch:

„Als die Slawen im 7. Jahrhundert n. Chr. in der geographischen Region Makedonien ankamen wurden sie zur dominierenden Bevölkerung. Die damals schon in der Region bestehende Bevölkerung (gemeint sind die antiken Makedonen), wurde durch langfristige Angriffe durch Slawen und Avaren im Balkan signifikant reduziert. Der Großteil der ursprünglichen antiken makedonischen Bevölkerung ist dabei umgekommen oder wurde in Gefangenschaft genommen – ein anderer Teil flüchtete nach Adrianoupolis in Thrakien (heutiges Edirne, Türkei).“

Es ist mehr als deutlich zu erkennen, dass das Insitut des Landes bekannte und international anerkannte Geschichte auslässt und stattdessen eigenes revisionistisch neu interpretiert um eigene Vorteile daraus zu ziehen. Historiker sind sich heute sicher, dass nach dem Reich Alexander des Großen und spätestens unter römischer Herrschaft die antiken Makedonen mit dem Rest der Griechen assimilierten.

Der Akademiker Blaže Ristovski der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien warnte, dass ein langfristiges Beharren auf irgendwelche antike Wurzeln eine „Fragmentierung“ der Nation mit sich bringen könnte:

„[…] Unser Volk ist schon gerade dabei geteilt zu werden… Wir sind eine slawische Nation… All diese Theorien die heute ausgepackt werden haben keinen wissenschaftlichen Boden. Sie haben/bewirken nur politischen Profit. Der ausschlaggebendste Beweis, dass wir Mazedonier Slawen sind, ist die Sprache – genauso wie bei allen anderen Völkern auch.

Die Verfasser des Buches gehen sogar einen Schritt weiter und sind der Ansicht, dass die Begriffe „Hellenistisches Zeitalter“ bzw. „Hellenismus“ (Griechentum) welche vom deutschen Historiker Johann Gustav Droysen als Bezeichnung für die Epoche Alexander des Großen stehen und international als Epochenbezeichnung anerkannt sind, in „Mazedonistisch“ umbenannt werden sollen – und alles um die eigene Ideologie zu stützen.

Obwohl der Direktor des Instituts Todor Cepreganov der auch Redakteur des Buches war wissenschaftliche Quellen versichert, wollte er beim Sender A1 der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien diesbezüglich kein Statement abgeben.

Das Buch „Die mazedonische Nation“ wird sowohl in slawischer als auch in englischer Auflage erscheinen und ist nicht für das Schulsystem des Landes geplant, sondern für Werbezwecke der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien im Ausland. Gestiftet wurde es von der Regierung Nikola Gruevskis, die schon für die antiken Steinplatten, Statuen und Umbenennungen verantwortlich ist.

Quelle: A1 TV, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

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