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Archive for the ‘Geschichte’ Category

Ex-Ministerpräsident der EJR Mazedonien: „Unsere Vorfahren hätten uns umgebracht wenn wir behauptet hätten, dass wir von Alexander abstammen.“

Der ehemalige Ministerpräsident der EJR Mazedonien Ljubco Georgievski (1998 – 2002), hat in einem Interview offen auf die Frage über eine Abstammung von Alexander dem Großen eingeräumt:

„Goce Delchev und Dame Gruev haben diejenigen zum Tode verurteilt die behaupteten, dass wir Alexanders Blut in uns haben – heute sind die Dinge genau andersrum, diejenigen die nicht denken dass wir von Alexander abstammen sind Verräter“

Das Original-Video (Teil 1):

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Oberhaupt der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien einräumt, sein Volk habe keine Verbindungen zum antiken Volk der Makedonier. Der erste Präsident des Landes, Kiro Gligorov (1991 – 1999) räumte dies vor laufender Kamera ein.

Ljubco Georgievski wechselte nach seiner Regierungszeit in der EJRM seine Staatsangehörigkeit und wurde Bulgarier – etwas wofür ihn seine alten Landsleute in der EJRM als Verräter abstempeln.

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Kategorien:Geschichte, Politik

„Mazedonische Enzyklopädie“

 

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Die "Mazedonische Enzyklopädie"

 

Die „Mazedonische Enzyklopädie“, ist eine zweibändige Ausgabe mit über 1600 Seiten, die laut Premierminister Gruevski die „kulturelle und politische Vergangenheit und Gegenwart“ seines Volkes beschreibt und zum Ausdruck bringt.

Bei vielen Nachbarn sorgte diese Veröffentlichung für Verärgerung, die aufgeführten Beschreibungen seien so auffällig, dass die Botschaften der USA und Großbritannien sie offiziell als „lachhaft“ und schlichtweg „falsch“ abstempelten.

Die Albaner die rund ein Viertel der Bevölkerung der EJRM ausmachen beklagten sich nach der Erscheinung des Buches, weil dieses erklärt, dass die Albaner viel später in die Region kamen und eigentlich gar nicht hier hin gehören.

Ali Ahmeti, der Anführer der albanischen Partei DUI in der EJRM sieht diese Veröffentlichung als politisches und rassistisches Instrument – „man wolle den Albanern den Anspruch in dieser Region zu leben, entziehen“.

Viele sehen das Friedensabkommen von 2001 dadurch sogar als verletzt. Damals stand die ehemalige jugoslawische Republik am Rande eines Bürgerkrieges.

 

Sehr interessant auch, was über das Nachbarland Griechenland geschrieben wird.

Auf Seite 67 unter dem Begriff „Grieche“ schreibt das Buch:

„Neueste Studien haben ergeben, dass die griechische Nation aus schwarz-afrikanischen Stämmen der Sahara entstammt.
Die Griechen, die aus dem afrikanischen Kontinent entstammen und keinen wesentlichen kulturellen Hintergrund hatten und das heutige Gebiet Griechenlands und Balkan-Raum besiedelten, eigneten sich die Entwicklungen der besser entwickelten Bevölkerung in dieser Region an und gaben diese als eigene aus“

 

Weiter beschreibt das Buch die gesamte griechische Nationen als ein Gebilde voller Falsifikationen und Lügen, welche sich der Leistung anderer Nationen bedient hat:

„Auch die Epen Homers und der Parthenon (auf der Akropolis) sind nicht das Ergebnis der griechischen Zivilisation, sondern eine Folge der Fälschung, der Aneignung und auch Usurpation der oben genannten einheimischen Kulturen wie die unserer, der Mazedonischen“

 

Eine Nation, die sich erst seit 1940 als „mazedonisch“ ausweist [2], eine slawische Sprache spricht sowie slawische Personennamen besitzt ist der Auffassung das Homers Werke eine „widerrechtliche Aneignung“ waren und die Akropolis kein Ergebnis griechischer Entwicklungen, sondern der eigenen slawisch-„mazedonischen“ gewesen ist (!!!).

Desweiteren war die Stadt Thessaloniki im nord-griechischen Makedonien eigentlich nie griechisch, sondern mehrheitlich „mazedonisch“ (slawisch) – Woher der Name Thessaloniki wohl kommt fragen sich die Autoren des Buches anscheinend nicht [3]. Denn die Halbschwester Alexanders des Großen hieß Thessaloniki (Θεσσαλονίκη) was im griech. soviel wie „Sieg in Thessalien“ bedeutet [4].

Auch die Tatsache, dass Thessaloniki und die gesamte Region Makedonien unter osmanischer Herrschaft ein multiethnischer Haufen von Türken, Griechen, Slawen und Juden war wird nicht erwähnt – nur eines: Solun (slawischer Name für Thessaloniki) gehört in Wirklichkeit nur den (heutigen) „Mazedoniern“, „die stärkeren Mächte (Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien) haben unser Vaterland gierig unter sich aufgeteilt“.

Damit schüttet die EJRM in der momentan kritischen Periode der Namensfrage Öl ins Feuer indem offizielle staatliche Institutionen wie die „Mazedonische Akademie für Kunst und Wissenschaft“ politisch motivierte Thesen über die Herkunft anderer Nationen aufstellt.

Auf die Frage eines Journalisten was Griechenland von diesen Aussagen im Buch halte, antwortete das auswärtige Amt Griechenlands:

Dieser neue Versuch aus der EJRM die Geschichte zu fälschen ist keine Überraschung. Die Arbeit dieser Institution in Skopje ist uns schließlich bekannt. Die Regierung von Herrn Gruevski verbreitet systematisch Bigotterie und Nationalismus.

Herr Gruevski versucht sich auf der innerpolitischen Bühne seines Landes zu stärken indem er Feinde erfindet und so die Beziehungen zu seinen Nachbarn selbst erschwert.

Dem Premierminister scheinen die grundlegenden Kriterien einer euro-atlantischen Integration, wie gute nachbarschaftliche Beziehungen, gleichgültig zu sein. In dieser Weise bewegt er die Menschen in seinem Land in die Gegenrichtung einer euro-atlantischen Zukunft.

(Original hier)

Nachdem aus albanischer Seite enorme Proteste aufkamen und der Premierminister Gruevski der ehemaligen jugoslawischen Republik unter immer größeren Druck stand, gab er bekannt, dass das Buch zurückgezogen wird um die umstrittenen Passagen umzuschreiben – dies betrifft nur die Passagen in der sich die albanischen Bürger der ehemaligen jugoslawischen Republik genötigt sehen.

Stammtisch-Niveau erreichte der Premierminister der EJRM als er sich anschließend davon distanzierte und wortwörtlich „dunkle Mächte“ für diese Passagen verantwortlich machte, die seinem Land schaden wollen [5].

Quellen:

http://www.euractiv.com/en/enlargement/macedonia-embroiled-encyclopaedia-row/article-186333

[2]
Originaldokument (slawische Sprache) Jugoslawiens, welches zum ersten Mal eine separate „mazedonische“ Nation deklariert. Siehe Datum: http://www.cnj.it/immagini/Odluka2AVNOJ.gif

[3]
http://www.makfax.com.mk/_tools/search#_tools/article/92156/view

[4]
The pocket guide to Saint Paul By Peter E. Lewis, Ron Bolden – Seite 118 ISBN 1862545626

Mehr zum „Sieg in Thessalien“:

[5]
http://www.balkaninsight.com/en/main/news/22484/
http://www.newstin.co.uk/rel/uk/en-010-018676853

Kategorien:Geschichte, Politik

Ausstellung: „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“

29/09/2009 2 Kommentare
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Eine sehr interessante Ausstellung findet in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim vom 03. Oktober bis 2009 bis 21. Februar 2010 statt. Unter der Schirmherrschaft von Herr Dr. Frank-Walter Steinmeier findet die Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ statt.

Besucher können dort Ausstellungen von weltweit verstreuten archäologischen Stücken und Exponaten aus der Zeit Alexanders besichtigen, den Feldzug  gegen Persien und die Stadt Babylon in 3D-Vorstellungen erleben und sogar Top-Vorlesungen zum Zeitalter des Hellenismus anhören – am 30. September u.a. von Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke.

Wer in Mannheim oder in Nähe sein sollte und sich für antike griechische Geschichte interessiert, sollte unbedingt vorbei schauen. Es handelt sich für europäische Verhältnisse um eine sehr seltene Ausstellung.

Für einige Proteste scheint diese Ausstellung aber doch zu sorgen. Bürger der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien planen einen Protest vor dem Museum. Der Grund: Die Ausstellung sei nicht richtig (!!) – Alexander war Mazedonier (Slawe wohlgemerkt!) und hatte mit dem alten Griechen nichts zu tun!

Prof. Dr. Alfried Wieczorek, der auch Direktor des Museums ist, äußerte sich klar in einem Statement:

„Alexander war eher ein Grieche und auf keinen Fall ein Vorfahr der heutigen slawischen Mazedoniern die das antike Makedonien für sich beanspruchen […] Sie wollen dessen Symbole („Stern von Vergina“) für ihr Staatswappen nutzen. Sie haben den Flughafen in der Hauptstadt Skopje nach ihm benannt und planen ein mehrere Millionen Euro teures Reiterstandbild Alexanders im Zentrum.“

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der offiziellen Internetpräsenz des Museums: http://www.alexander-der-grosse-2009.de/

Quelle: DPA

Kategorien:Geschichte, Politik