Ex-Ministerpräsident der EJR Mazedonien: „Unsere Vorfahren hätten uns umgebracht wenn wir behauptet hätten, dass wir von Alexander abstammen.“

Der ehemalige Ministerpräsident der EJR Mazedonien Ljubco Georgievski (1998 – 2002), hat in einem Interview offen auf die Frage über eine Abstammung von Alexander dem Großen eingeräumt:

„Goce Delchev und Dame Gruev haben diejenigen zum Tode verurteilt die behaupteten, dass wir Alexanders Blut in uns haben – heute sind die Dinge genau andersrum, diejenigen die nicht denken dass wir von Alexander abstammen sind Verräter“

Das Original-Video (Teil 1):

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Oberhaupt der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien einräumt, sein Volk habe keine Verbindungen zum antiken Volk der Makedonier. Der erste Präsident des Landes, Kiro Gligorov (1991 – 1999) räumte dies vor laufender Kamera ein.

Ljubco Georgievski wechselte nach seiner Regierungszeit in der EJRM seine Staatsangehörigkeit und wurde Bulgarier – etwas wofür ihn seine alten Landsleute in der EJRM als Verräter abstempeln.

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Kategorien:Geschichte, Politik

„Mazedonische Enzyklopädie“

 

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Die "Mazedonische Enzyklopädie"

 

Die „Mazedonische Enzyklopädie“, ist eine zweibändige Ausgabe mit über 1600 Seiten, die laut Premierminister Gruevski die „kulturelle und politische Vergangenheit und Gegenwart“ seines Volkes beschreibt und zum Ausdruck bringt.

Bei vielen Nachbarn sorgte diese Veröffentlichung für Verärgerung, die aufgeführten Beschreibungen seien so auffällig, dass die Botschaften der USA und Großbritannien sie offiziell als „lachhaft“ und schlichtweg „falsch“ abstempelten.

Die Albaner die rund ein Viertel der Bevölkerung der EJRM ausmachen beklagten sich nach der Erscheinung des Buches, weil dieses erklärt, dass die Albaner viel später in die Region kamen und eigentlich gar nicht hier hin gehören.

Ali Ahmeti, der Anführer der albanischen Partei DUI in der EJRM sieht diese Veröffentlichung als politisches und rassistisches Instrument – „man wolle den Albanern den Anspruch in dieser Region zu leben, entziehen“.

Viele sehen das Friedensabkommen von 2001 dadurch sogar als verletzt. Damals stand die ehemalige jugoslawische Republik am Rande eines Bürgerkrieges.

 

Sehr interessant auch, was über das Nachbarland Griechenland geschrieben wird.

Auf Seite 67 unter dem Begriff „Grieche“ schreibt das Buch:

„Neueste Studien haben ergeben, dass die griechische Nation aus schwarz-afrikanischen Stämmen der Sahara entstammt.
Die Griechen, die aus dem afrikanischen Kontinent entstammen und keinen wesentlichen kulturellen Hintergrund hatten und das heutige Gebiet Griechenlands und Balkan-Raum besiedelten, eigneten sich die Entwicklungen der besser entwickelten Bevölkerung in dieser Region an und gaben diese als eigene aus“

 

Weiter beschreibt das Buch die gesamte griechische Nationen als ein Gebilde voller Falsifikationen und Lügen, welche sich der Leistung anderer Nationen bedient hat:

„Auch die Epen Homers und der Parthenon (auf der Akropolis) sind nicht das Ergebnis der griechischen Zivilisation, sondern eine Folge der Fälschung, der Aneignung und auch Usurpation der oben genannten einheimischen Kulturen wie die unserer, der Mazedonischen“

 

Eine Nation, die sich erst seit 1940 als „mazedonisch“ ausweist [2], eine slawische Sprache spricht sowie slawische Personennamen besitzt ist der Auffassung das Homers Werke eine „widerrechtliche Aneignung“ waren und die Akropolis kein Ergebnis griechischer Entwicklungen, sondern der eigenen slawisch-„mazedonischen“ gewesen ist (!!!).

Desweiteren war die Stadt Thessaloniki im nord-griechischen Makedonien eigentlich nie griechisch, sondern mehrheitlich „mazedonisch“ (slawisch) – Woher der Name Thessaloniki wohl kommt fragen sich die Autoren des Buches anscheinend nicht [3]. Denn die Halbschwester Alexanders des Großen hieß Thessaloniki (Θεσσαλονίκη) was im griech. soviel wie „Sieg in Thessalien“ bedeutet [4].

Auch die Tatsache, dass Thessaloniki und die gesamte Region Makedonien unter osmanischer Herrschaft ein multiethnischer Haufen von Türken, Griechen, Slawen und Juden war wird nicht erwähnt – nur eines: Solun (slawischer Name für Thessaloniki) gehört in Wirklichkeit nur den (heutigen) „Mazedoniern“, „die stärkeren Mächte (Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien) haben unser Vaterland gierig unter sich aufgeteilt“.

Damit schüttet die EJRM in der momentan kritischen Periode der Namensfrage Öl ins Feuer indem offizielle staatliche Institutionen wie die „Mazedonische Akademie für Kunst und Wissenschaft“ politisch motivierte Thesen über die Herkunft anderer Nationen aufstellt.

Auf die Frage eines Journalisten was Griechenland von diesen Aussagen im Buch halte, antwortete das auswärtige Amt Griechenlands:

Dieser neue Versuch aus der EJRM die Geschichte zu fälschen ist keine Überraschung. Die Arbeit dieser Institution in Skopje ist uns schließlich bekannt. Die Regierung von Herrn Gruevski verbreitet systematisch Bigotterie und Nationalismus.

Herr Gruevski versucht sich auf der innerpolitischen Bühne seines Landes zu stärken indem er Feinde erfindet und so die Beziehungen zu seinen Nachbarn selbst erschwert.

Dem Premierminister scheinen die grundlegenden Kriterien einer euro-atlantischen Integration, wie gute nachbarschaftliche Beziehungen, gleichgültig zu sein. In dieser Weise bewegt er die Menschen in seinem Land in die Gegenrichtung einer euro-atlantischen Zukunft.

(Original hier)

Nachdem aus albanischer Seite enorme Proteste aufkamen und der Premierminister Gruevski der ehemaligen jugoslawischen Republik unter immer größeren Druck stand, gab er bekannt, dass das Buch zurückgezogen wird um die umstrittenen Passagen umzuschreiben – dies betrifft nur die Passagen in der sich die albanischen Bürger der ehemaligen jugoslawischen Republik genötigt sehen.

Stammtisch-Niveau erreichte der Premierminister der EJRM als er sich anschließend davon distanzierte und wortwörtlich „dunkle Mächte“ für diese Passagen verantwortlich machte, die seinem Land schaden wollen [5].

Quellen:

http://www.euractiv.com/en/enlargement/macedonia-embroiled-encyclopaedia-row/article-186333

[2]
Originaldokument (slawische Sprache) Jugoslawiens, welches zum ersten Mal eine separate „mazedonische“ Nation deklariert. Siehe Datum: http://www.cnj.it/immagini/Odluka2AVNOJ.gif

[3]
http://www.makfax.com.mk/_tools/search#_tools/article/92156/view

[4]
The pocket guide to Saint Paul By Peter E. Lewis, Ron Bolden – Seite 118 ISBN 1862545626

Mehr zum „Sieg in Thessalien“:

[5]
http://www.balkaninsight.com/en/main/news/22484/
http://www.newstin.co.uk/rel/uk/en-010-018676853

Kategorien:Geschichte, Politik

Ausstellung: „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“

29/09/2009 2 Kommentare
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Eine sehr interessante Ausstellung findet in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim vom 03. Oktober bis 2009 bis 21. Februar 2010 statt. Unter der Schirmherrschaft von Herr Dr. Frank-Walter Steinmeier findet die Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ statt.

Besucher können dort Ausstellungen von weltweit verstreuten archäologischen Stücken und Exponaten aus der Zeit Alexanders besichtigen, den Feldzug  gegen Persien und die Stadt Babylon in 3D-Vorstellungen erleben und sogar Top-Vorlesungen zum Zeitalter des Hellenismus anhören – am 30. September u.a. von Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke.

Wer in Mannheim oder in Nähe sein sollte und sich für antike griechische Geschichte interessiert, sollte unbedingt vorbei schauen. Es handelt sich für europäische Verhältnisse um eine sehr seltene Ausstellung.

Für einige Proteste scheint diese Ausstellung aber doch zu sorgen. Bürger der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien planen einen Protest vor dem Museum. Der Grund: Die Ausstellung sei nicht richtig (!!) – Alexander war Mazedonier (Slawe wohlgemerkt!) und hatte mit dem alten Griechen nichts zu tun!

Prof. Dr. Alfried Wieczorek, der auch Direktor des Museums ist, äußerte sich klar in einem Statement:

„Alexander war eher ein Grieche und auf keinen Fall ein Vorfahr der heutigen slawischen Mazedoniern die das antike Makedonien für sich beanspruchen […] Sie wollen dessen Symbole („Stern von Vergina“) für ihr Staatswappen nutzen. Sie haben den Flughafen in der Hauptstadt Skopje nach ihm benannt und planen ein mehrere Millionen Euro teures Reiterstandbild Alexanders im Zentrum.“

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der offiziellen Internetpräsenz des Museums: http://www.alexander-der-grosse-2009.de/

Quelle: DPA

Kategorien:Geschichte, Politik

Eurobasket 2009: Griechenland vs. EJRM

09/09/2009 3 Kommentare

Am Dienstag den 08. September 2009 traten Griechenland und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien in Polen bei der Basketball-Europameisterschaft gegeneinander an. Griechenland entschied das Spiel mit 86 zu 54 für sich.

In Griechenland war es zunächst nicht klar ob die EJRM mit dem Aufschrift „Macedonia“ auf den Trikots der Spieler gegen Griechenland antreten würde und zu Protesten geführt hätte. Die Aufschrift wurde jedoch gegen die Staatsflagge des Landes ersetzt und die EJRM wurde mit dem Titel „F.Y.R. of Macedonia“ statt nur „Macedonia“ auf den Score-Tabellen aufgeführt.

Das Spiel verlief trotz der politischen Angespanntheit beider Länder ruhig und mit sportlichem Geist unter den Spielern – trotzdem versäumten es  die in Überzahl anwesenden Fans der EJRM nicht ihre provokative und propagandistische Seite zu zeigen.

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Hassparolen gegen Griechenland

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Ein Süd-Slawe der EJRM als "antiker Makedonier" mit der Sonne von Vergina (Emblem der makedonischen Monarchie im antiken Griechenland) und Helm eines antiken Kriegers - irrtümlicherweise eines antiken Römers (!)

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Politik wo sie nicht hingehört: Das Sonnensymbol von Vergina gilt als Emblem des antiken Makedonien und Alexander des Großen. Trotz der Provokationen slawischer Pseudo-Makedonier bewahrten die Griechen die sportliche Atmosphäre.

Interessantes Video-Dokument: Während Pseudo-Mazedonier heute überall die Sonne Verginas (siehe oben) auf Fahnen, T-Shirts und allen möglichen Artikeln bedrucken, zeigt das untenstehende Video aus den frühen 90er-Jahren bei einem Protest nicht eine einzige dieser antiken Flaggen! Stattdessen eine rote Fahne mit einem goldenen Löwen, welche der bulgarischen unglaublich ähnelt.

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Goldener Löwe auf rotem Hintergrund: Ursprünglich auf der bulgarischen Flagge und heutiges Staatsemblem

Kategorien:Sport

Spannungen zwischen Bulgarien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien

Das Verhältnis zwischen Bulgarien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien kriselt – und zwar heftig. Alles began mit der Einsperrung einer jungen bulgarischen Mutter in der Stadt Gevgelija nahe der Grenze zu Griechenland in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Weil die 23-jährige Spaska Mitrova nach der Scheidung von ihrem Ehemann nicht mehr wollte, dass dieser das Kind bei ihren Eltern besucht, wurde sie von einem Gericht in der EJRM zu einer Freiheits- und Geldstrafe verurteilt – ihr dreijähriges Kind kam in ein Kinderheim.

Die Familie der jungen Spaska Mitrova befürchtet, dass dies andere Gründe haben könnte. Spaska war politisch sehr aktiv und Mitglied der Vereinigung „Radko“, einer Gemeinschaft von Bulgaren in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Die junge Mutter und Lehrerin die in Bulgarien studierte und in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien als Lehrerin tätig war wurde urplötzlich gekündigt mit der Begründung, dass die EJRM Abschlusszeugnisse aus Universitäten des EU-Landes Bulgarien nicht anerkenne.

Die Familie der jungen Mutter ist sich sicher, dass die Kündigung mit ihrer bulgarischen Herkunft und ihrer pro-bulgarischen Einstellung zusammenhängt, wie sonst hätte sie ihren Beruf vorher so lange ausüben können oder wäre überhaupt eingestellt worden?

Das auswärtige Amt der Republik Bulgarien bezweiftelt die Neutralität der lokalen Behörden – im Gegenteil: Der Richter soll die junge Mutter bei der Vernehmung sogar als „bulgarische Hure“ beleidigt haben. Bulgarien vermutet, dass die junge Mutter wegen der öffentlichen Bekundung ihres bulgarischen Nationalbewusstseins mit einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Der Fall erreichte sogar die Staatspräsidenten beider Länder die mittlerweile versuchen eine Lösung für das Problem zu finden und die junge Mutter zu entlassen – als Basis wurden hier, auch wegen dem Kleinkind, humanitäre Gründe angegeben.

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November 1944: Eine vom jugoslawischen Staat einberufene Kommission zum Entwerfen des "mazedonischen" Alphabetes, welches genauso wie alle anderen slawischen Sprachen auf Kyrillisch aufgebaut ist

Die Wurzeln des angespannten Verhältnisses beider Staaten liegen tatsächlich tiefer. Beide Staaten haben eine gemeinsame aber doch sehr umstrittene Geschichte.

Bulgarien war zwar beim Zerfall Jugoslawiens der erste Staat, der die EJRM mit dem Namen „Republik Mazedonien“ anerkannte. Genauso wie Griechenland und andere Staaten, erkennt auch Bulgarien keine eigenständige „mazedonische“ Nation oder Sprache (Auch die EU-Kommission erkennt solch eine Nation nicht an – mehr Infos hier).

Bis zum Jahre 1944 beschrieb sich die heutige „mazedonische“ Nation als bulgarisch – dies änderte sich erst im kommunistischen Jugoslawien als der Dialekt in der Vardar-Region (heutige EJRM) in „mazedonisch“ umgetauft wurde. Eine damals zusammengeschlossene Kommission legte damals ein „mazedonisches“ Alphabet zusammen.

Bulgarien sieht die Bevölkerung der EJRM deshalb auch oft als ethnisch bulgarisch an, die nach kommunistischem Stil und Jugoslawien eine neue nationale Identität und Orientierung bekam um sich von anderen Slawen, vorallem Bulgaren zu distanzieren. Nicht nur Bürger der EJRM wechselten in den letzten Jahren zur bulgarischen Staatsangehörigkeit, sondern auch der ehemalige Ministerpräsident der EJRM Ljubco Georgievski. Dieser deklarierte offen seine bulgarische Ethnizität worauf er die bulgarische Staatsangehörigkeit anerkannt erhielt.

Seiner Ansicht nach, befinde sich das Land heute in einem Antike-Wahn der die Bürger des Landes zu direkten Nachfahren der antiken Makedonen erklärt. Sie seien heute trotz slawischer Sprache und Identität nur geringgradig slawisch, dafür aber legitime Erben eines einst legendären makedonischen Griechen – welcher nach ihrer Ansicht natürlich nicht Grieche war, sondern Vorreiter ihrer eigenen „proto-slawischen“ und ältester Kultur auf dem Balkan.

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Gefährdet nun Bulgarien den EU-Beitritt der EJRM?

Die Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und Bulgarien verstehen sich sprachlich untereinander ohne Umwege. Nicht nur die Sprache ist gleich: Die zwei Länder haben oft gleichen Personen- und Ortsnamen, gleiche Bräuche aber auch die gleichen Nationalhelden. Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien beansprucht kurioserweise nicht nur Persönlichkeiten des antiken Griechenland und weißt diese als „mazedonisch“ im Sinne von slawischer Herkunft und nicht-griechisch aus, sondern auch bulgarische Persönlichkeiten wie z.B. den Zaren Samuil.

Bulgarien hat seinem Nachbar mittlerweile klar gemacht, dass die Unterstützung für den angestrebten EU-Beitritt der EJRM wackelt. Der Historiker, Politiker und Direktor des nationalen bulgarischen historischen Museums von Sofia Boshidar Dimitrov bezeichnete die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien als ein Land, das an seiner Identitätskrise leide.

Es gab ein Gesetz, welches das bulgarisch sein als eindeutiges kriminelles Vergehen oder strafbare Handlung beschrieb. Eine Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren konnte in diesem Fall ausgesprochen werden. Dieses Gesetz wurde zwar verworfen, Bulgaren werden aber dennoch wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt. Das ist der Versuch die „Re-Bulgarisierung“ der Bevölkerung (in der EJRM) zu verhindern.


Kategorien:Politik

Institut für nationale Geschichte der ehem. jugoslaw. Rep. Mazedonien schreibt Geschichte um

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"Geschichte der mazedonischen Nation"

Das Institut für nationale Geschichte der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien hat vor wenigen Tagen eine neue Auflage des Buches „Die mazedonische Nation“ präsentiert. Das Buch sorgte für großes Aufsehen im Land, da insbesondere die nationale Herkunft innerhalb von 9 Jahren, seit der letzten Ausgabe, gravierend umgeschrieben wurde. Viele äußerten ihre Beunruhigung, gerade weil Bekanntes und Anerkanntes im Volk für politische Zwecke verändert und instrumentalisiert wird. Die Herkunft der Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien beschreibt das Buch wie folgt:

„Es ist nicht der slawische Charakter der bei uns heutigen Mazedoniern dominiert. Der, der antiken Makedonen übertönt es. Die Slawen die im 7. Jahrhundert n. Chr. in die Region kamen (siehe slawische Völkerwanderung), waren nicht in so einer großen Anzahl um signifikante Veränderungen in der vorherrschenden Population auszumachen. Beweise lassen sich in historischen und archäologischen Funden wiederfinden.“

Die Autoren des Buches erwähnen hier reine historische und archäologische Funde – demographische und anthropologische seien ihrer Aussage nach nicht mit einbezogen worden. Ihrer Ansicht nach, stammt die Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien gerade eben von den antiken Makedonen ab, weil antike Vasen, Innschriften und Symbole im Staats-Territorium aufzufinden sind.

Und obwohl diese archäologischen Funde alle rein griechische Innschriften haben (Lesen Sie unseren Beitrag zur antiken Steinplatte vor dem Regierungsgebäude in Skopje, EJRM) ist man dennoch der Ansicht, dass die antiken Makedonen ein von den restlichen Griechen getrenntes Volk war.

Interessant hingegen scheint die Veränderung zur Vorgänger-Auflage des Buches zu sein, denn vor 9 Jahren schrieb das Institut noch:

„Als die Slawen im 7. Jahrhundert n. Chr. in der geographischen Region Makedonien ankamen wurden sie zur dominierenden Bevölkerung. Die damals schon in der Region bestehende Bevölkerung (gemeint sind die antiken Makedonen), wurde durch langfristige Angriffe durch Slawen und Avaren im Balkan signifikant reduziert. Der Großteil der ursprünglichen antiken makedonischen Bevölkerung ist dabei umgekommen oder wurde in Gefangenschaft genommen – ein anderer Teil flüchtete nach Adrianoupolis in Thrakien (heutiges Edirne, Türkei).“

Es ist mehr als deutlich zu erkennen, dass das Insitut des Landes bekannte und international anerkannte Geschichte auslässt und stattdessen eigenes revisionistisch neu interpretiert um eigene Vorteile daraus zu ziehen. Historiker sind sich heute sicher, dass nach dem Reich Alexander des Großen und spätestens unter römischer Herrschaft die antiken Makedonen mit dem Rest der Griechen assimilierten.

Der Akademiker Blaže Ristovski der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien warnte, dass ein langfristiges Beharren auf irgendwelche antike Wurzeln eine „Fragmentierung“ der Nation mit sich bringen könnte:

„[…] Unser Volk ist schon gerade dabei geteilt zu werden… Wir sind eine slawische Nation… All diese Theorien die heute ausgepackt werden haben keinen wissenschaftlichen Boden. Sie haben/bewirken nur politischen Profit. Der ausschlaggebendste Beweis, dass wir Mazedonier Slawen sind, ist die Sprache – genauso wie bei allen anderen Völkern auch.

Die Verfasser des Buches gehen sogar einen Schritt weiter und sind der Ansicht, dass die Begriffe „Hellenistisches Zeitalter“ bzw. „Hellenismus“ (Griechentum) welche vom deutschen Historiker Johann Gustav Droysen als Bezeichnung für die Epoche Alexander des Großen stehen und international als Epochenbezeichnung anerkannt sind, in „Mazedonistisch“ umbenannt werden sollen – und alles um die eigene Ideologie zu stützen.

Obwohl der Direktor des Instituts Todor Cepreganov der auch Redakteur des Buches war wissenschaftliche Quellen versichert, wollte er beim Sender A1 der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien diesbezüglich kein Statement abgeben.

Das Buch „Die mazedonische Nation“ wird sowohl in slawischer als auch in englischer Auflage erscheinen und ist nicht für das Schulsystem des Landes geplant, sondern für Werbezwecke der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien im Ausland. Gestiftet wurde es von der Regierung Nikola Gruevskis, die schon für die antiken Steinplatten, Statuen und Umbenennungen verantwortlich ist.

Quelle: A1 TV, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

Kategorien:Politik

Slowenischer EU-Abgeordneter kritisiert die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

Der slowenische Politiker und EU-Abgeordnete Jelko Kacin sprach in einem Interview mit dem Sender A1 der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien über die Aussichten der EU-Integration einiger Balkanländer. In Bezug auf die EJRM nahm er wie folgt Stellung:

„Mazedonien hat die Namensfrage mit Griechenland bis heute immernoch nicht lösen können. Ein Probelm, welches ernsthaft das interne politische Geschehen des Landes belastet, die politische Atmosphäre „vergiftet“ und Populismus* verbreitet. Auch die Beanspruchung von historischen Personen vor der Ankunft der Slawen im Balkan (siehe Alexander der Große, usw.) beeinträchtigt ernsthaft die Entwicklung in Mazedonien“

*Populismus bezeichnet eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend außer Acht gelassen werden. Populistische Bewegungen entstehen in Phasen raschen gesellschaftlichen Wandels und sind häufig an eine charismatische Persönlichkeit gebunden.

EJRM Premierminister

Modernes Regime: Der Premierminister der EJRM Nikola Gruevski vor einer Vorschau-Leinwand des neuen Verfassungsgerichts im propagierten "antiken mazedonischen" Stil.

Um zum Artikel bezüglich des Gebäudes zu gelangen, hier klicken.

Ein sehr interessanter Beitrag von Herrn Kacin in Bezug zur EJRM. Denn als Slowene und allen voran Slawe, kritisiert er die immer deutlich werdende Pseudo-Identität die den Bürgern der ehemaligen jugoslawischen Republik aufgesetzt wird – als Slawen Nachfahren der antiken Makedonen (einem alt-griechischen Volk der Antike), der als nicht-griechisch dafür aber „proto-slawisch“ proklamiert wird (siehe hier).

Kategorien:Politik